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Dienstag, 5. Januar 2016

IN TOMORROW WE BELIEVE – INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL (6) 21. – 24. Januar 2016

Junge Frauen verschwinden. Viele junge Frauen. Manche spurlos, manche tauchen wieder auf: erschlagen, erwürgt, missbraucht. Am Highway 16, der über mehr als 1000 Kilometer durch Kanadas einsamen Westen führt. Der Highway of Tears – die Straße der Tränen…


Filmemacher Matthew Smiley hat intensiv recherchiert. Was er mit seinem Dokumentarfilm „Highway Of Tears“ ans Licht bringt ist erdrückend. Laut Polizei verschwanden hier achtzehn Mädchen, Amnesty International geht von einer weit höheren Zahl aus. Mehrere vermisste Jungs sind nicht mit eingerechnet, auch nicht die vierköpfige Familie Jack, die der Highway 1989 einfach verschluckte. Der älteste Fall in der Polizeistatistik stammt aus dem Jahr 1969, der jüngste aus dem Jahr 2006. Dreizehn Opfer wurden gefunden, tot und vergewaltigt. Vom Täter oder den Tätern fehlt jede Spur. Mit einer Ausnahme sind alle Opfer indianischer Herkunft. Die Indianer, die in Kanada First Nations genannt werden, fristen hier in abgelegenen Reservaten ein trostloses Dasein; bisher hat der Highway der Tränen kaum jemanden in Kanada interessiert. Anscheinend nicht einmal die Polizei …

„Highway of Tears“ ist einer von 59 Filmen, die vom 21. – 24. Januar 2016 im Rahmen der Veranstaltung INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL (6) zu sehen sein werden. Im Fokus stehen bei der sechsten Ausgabe des Festivals Filme der Inuit-Völker aus Alaska, Nunavut, Labrador und Grönland. Das Festival wurde 2004 vom künstlerischen Leiter Gunter Lange gegründet. Es findet im zweijährigen Rhythmus statt. Veranstaltungsort des in Europa einzigartigen Festivals ist der TREFFPUNKT Rotebühlplatz in Stuttgart.

Festival lobt Preise aus

90 % der der gezeigten Produktionen sind europäische Erstaufführungen, die in der englischen Originalversion gezeigt werden. Die Preisträger folgender Kategorien erhalten jeweils eine handgefertigte Skulptur der Künstlerin Karin Ecker:

- Bester Spielfilm (lang)
- Beste Dokumentation (lang)
- Bester Kinderfilm (UNICEF-Preis)
- Bestes Musikvideo (Publikumspreis)
- Bester Animationsfilm

Schülerinnen und Schüler vergeben UNICEF-Kinderfilmpreis, übersetzen und untertiteln Filme

Großen Wert legt das Festival auf die Beteiligung des jungen Publikums. So übernehmen z. B. die Schülerinnen und Schüler einer 4. Klasse der Stuttgarter Reisachschule die Juryarbeit für die Kinderfilme im Rahmen des Unterrichts. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin werden sie Kriterien für die Filmbewertung erstellen, den UNICEF-Kinderfilmpreis ausloben und beim Festival an den Regisseur, bzw. die Regisseurin, überreichen.

Die elften Klassen zweier Herforder Gymnasien sowie des Friedrich-List-Gymnasiums in Asperg übersetzen und untertiteln gemeinsam mit ihren Lehrern Filme im Rahmen des Englisch-Unterrichts und während der Projekttage. Studentinnen und Studenten der Universität Bremen bilden unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Knopf die Jury für die Dokumentarfilme. Ebenso übersetzen sie im Rahmen eines Projektes Dokumentationen, die anschließend beim Festival präsentiert werden.

Filme, die für Flüchtlingskinder geeignet sind

Am Freitag, 22. Januar um 11 Uhr werden im Rahmen der Schulfilmvorstellungen u. a. mehrere kurze Animationsfilme präsentiert, die sich insbesondere für Flüchtlingskinder gut eignen, da sie ohne Sprache auskommen und nur mit Geräuschen und Musik vertont sind. Gegen 12 Uhr folgt die Verleihung des UNICEF-Kinderfilmpreises.

Zum Programm-Download:
http://www.nordamerika-filmfestival.com/wp-content/uploads/2015/12/INDIANER-INUIT_Filmfestival_2016_Programm.pdf

Zur Webseite des Veranstalters:
http://www.nordamerika-filmfestival.com/

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